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Wir trafen sie zum ersten Mal bei APADAC .
Schweigend führte man mich in eine der dunklen Ecken der großen , lauten, kalten Halle,
in der noch so viele Hunde auf Hilfe warten.
Und dann sah ich sie und sie schaute mir direkt in die Augen: Erlöse mich ! Ich kann und ich will nicht mehr leben !
Es war schwer, mich von ihrem Blick loszureißen.
Als es mir dann gelang, sah ich ein großes Fellbündel,

voller Wunden, voller Schmutz und aus dem Bündel stachen die Knochen hervor.
Mir schossen die Tränen in die Augen, ich begann zu zittern und ich versprach ihr:
egal auf welchem Weg : ich werde Dich von deinem Leiden erlösen !
Martina ließ mich nicht mehr los: Tag und Nacht musste ich an sie denken.
Anja, Corinna, Heike, Shirley, Hazel, Barry, Chris - alle , die sie gesehen hatten,
dachten nur noch an sie und suchten nach einer Lösung.
Der 2. Besuch bei Martina :
immer, wenn die Zwinger gereinigt werden, dann werden die Tueren aufgemacht
und die Hunde können an die frische Luft gehen.
An diesem Tag stand "versehentlich"? die Tür meines Jeeps offen.
Dazu möchte ich bemerken, dass ich nicht an Zufälle glaube.
Plötzlich fiel mir auf, dass Martina nicht da war! Sie hatte sich mühsam unter dem Lenkrad auf den Beifahrersitz gequält,
sah mich an und bat mich, sie mitzunehmen.
Sie sagte: ihr Menschen sucht nach Lösungen für mich und ich habe sie schon längst gefunden.
Ich konnte sie an diesem Tag schweren Herzens nicht mitnehmen -
auch die Hunde, die auf der Finca sind, brauchen sehr viel Aufmerksamkeit.
1 Woche später holten wir sie dann, die arme kranke gequälte Seele,
die wider Erwarten doch noch einen Lebenswillen besaß.
Als sie im Auto saß, wollten wir sie anbinden, da wir ja auf der Autobahn fahren mussten.
Sie schnappte nach Ralf, als er sie festmachen wollte und sagte:
Hol mich bitte nicht mehr aus dem Auto heraus!
Maribel weinte vor Freude und aus Angst, wie die Geschichte ihres Sorgenkindes wohl weitergehen würde.
Es ist immer aufregend, wenn ein neuer Hund bei uns ankommt, wie die Integration verlaufen wird.
Wir waren nervös - denn wenn nur ein Hund an eine ihrer vielen Wunden käme,
wie würde sie reagieren?
Und nun geschah das Unvorstellbare:
In aller Ruhe betrat sie das Gelände
- stolz wie eine Königin - äusserlich wirkend wie eine geschundene Seele.
Sie schaute rechts und links die Hunde an,
die sich überraschender Weise nicht wagten, sich ihr zu nähern.
Sie ging dann ruhig und majestätisch ihr neues Zuhause ab :
alles wollte sie erschnüffeln.
Nach einigen Stunden betrat sie dann die Küche,
setzte sich mit dem Rudel vor den Eisschrank und wartete auf ein Würstchen.
Wir konnten das alles gar nicht fassen!
Bald war dann Waschen und Bürsten angesagt :
4 Stunden dauerte es,

bis sie dann so aussah, dass man ihre zukünftige Schönheit erahnen konnte.
An den folgenden Tagen beobachteten wir , wie sie wie eine Mutter - trotz ihrer koerperlichen Schwäche-
alle kleinen, ängstlichen Hunde beschützte.
Inzwischen hatten wir auch einen Grossteil ihrer Geschichte von Maria erfahren:
sie war in der Tötung abgegeben worden und wartete auf ihr grausames Ende,
als eine junge Spanierin sie dort entdeckte, Mitleid mit ihr hatte und sie mit zu sich nach Hause nahm
Diese junge Frau suchte nun nach einem Zuhause für die halb gebrochene Seele und fand eine Familie,
die bereit war, sie aufzunehmen.
Aber, wie wir alles wissen, man kann den Menschen nicht ins Herz sehen !
Diese Familie legte sie an eine Kette und Martina,
die eigentlich Luna heißt,
musste 2 Jahre ununterbrochen (auch beim Fressen) einen Maulkorb tragen.
Ich denke, es geht Ihnen, liebe Leser, so wie uns :
Trauer, Zorn, Wut , Mitleiden und noch viele andere Gefühle beherrschen uns ,
wenn wir über diese Qualen, die 2 Jahre dauerten , berichten oder Sie sie lesen.
In jeder Sprache der Welt fehlen jetzt die passenden Worte !
Inzwischen ist unsere Luna hier heimisch geworden:
sie wedelt mit ihrem Schwanz, wenn sie uns sieht,
sie teilt sich ihr Essen mit dem kleinen Sebastian,
ihr Augenausdruck ist völlig verändert
und sie lässt die notwendigen medizinischen Behandlungen dankend über sich ergehen.
Aber wieder stellt sich die Frage: warum tun Menschen einer so großen, zärtlichen wunderbaren Hündin so etwas an ?
UPDATE Februar 2010 Luna ist jetzt Schweizerin. Ihre neue Familie ist extra nach Spanien gekommen, um sie hier abzuholen und in ihr neues Zuhause mitzunehmen.
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